„Buten un binnen – wagen un winnen“, lautet der Wahlspruch der Bremer Kaufleute. Das heißt „draußen und drinnen – abwägen und gewinnen“ und beschreibt nicht nur hanseatischen Kaufmannsgeist, sondern auch das Geschäftsmodell der Bremer Atlantic Hotels: „Binnen“ gibt es in alle Himmelsrichtungen verteilt vier Hotels – im Norden das Hotel Vegesack, an der Universität das Universum, nahe des Weserstadions das Atlantic an der Galopprennbahn und am Flughafen das Atlantic Airport. Etwas weiter raus, aber noch immer im Bundesland Bremen, erhebt sich in Bremerhaven das Flaggschiff Sail City, ein architektonisch beeindruckendes Gebäude in Form eines Segels. „Buten“ steht 2010 auf dem Programm: Im Januar eröffnete als Franchiseunternehmen in Essen das Kongresshotel an der Messe, weitere Hotels folgen im März in Lübeck und im Juni in Kiel. Und nur ein paar Schritte entfernt vom Schütting, dem Gebäude der Bremer Kaufmannschaft, in dessen Türgiebel deren Wahlspruch prangt, entsteht in der Böttcherstraße ein weiterer Neubau.
„Mit diesem Haus sind wir ab Mitte 2010 auch in zentraler Lage präsent“, sagt Michael Stüring, der sich als Assistent der Geschäftsführung um sämtliche Neubauten und die EDV-Belange kümmert. Der 34-Jährige weiß aus dem Tagesgeschäft, dass Innenstadtlage ein häufiges Buchungskriterium ist, auch wenn man bei gleicher Entfernung in Berlin oder Hamburg viel länger unterwegs ist.
Wer ein Atlantic Hotel aufsucht, dem fällt sofort die designorientierte Gestaltung auf. Im Hotel an der Galopprennbahn ist der Empfangstresen einem Hindernis auf einer Jagdstrecke nachempfunden; es dominiert die Farbe Grün. In Bremerhaven verweist schon die Segelform auf das maritime Thema, das im Inneren in vielen Abstufungen der Farbe Blau wiederkehrt. „Das Gestaltungskonzept besteht in der Regel darin, das Äußere nach innen zu holen“, erklärt Michael Stüring. „Ungeachtet dessen sehen wir uns immer als Zuhause auf Zeit für unsere Gäste.“ Dass
dem so ist, zeigt der sehr hohe Anteil an Stammkunden. „Wir sind nicht so groß, dass wir wie eine anonyme Bettenburg wirken.“ Abgesehen vom Franchise-Hotel in Essen mit 248 Zimmern haben die Häuser 100 bis 200 Zimmer.
Die Hotels sind auf die Wünsche von Geschäftskunden zugeschnitten. Der Basiszugang zum Internet ist kostenlos, Business-Terminals ermöglichen den Ausdruck von Dokumenten. Für Michael Stüring zeigt sich die Fokussierung auf Geschäftskunden bereits in den Zimmern. „Wir bieten Arbeitsplätze mit ausreichend Platz sowohl für Laptop als auch Unterlagen.“ Für Veranstaltungen aller Art steht ein breites Portfolio modernster Tagungstechnik bereit: Beamer, WLAN, CAD-basierte Bestuhlungspläne sowie Licht- und Beschallungstechnik. In einigen Hotels können sogar Autos über Außenlifte für Präsentationen in höhere Stockwerke gebracht werden. „Wir orientieren uns sehr stark am Markt vor der eigenen Haustür, ob das nun die namhaften Autohersteller im Bereich der Rennbahn sind, der Bremer Flughafen mit der Airport City als Dienstleistungs- und Servicestandort oder der Technologiepark am Universum.“ In Bremerhaven hat das imposante Sail City selbst schon einen hohen Zugfaktor. Es liegt inmitten des neuen Tourismusresorts Havenwelten in unmittelbarer Nähe zu vielen touristischen Highlights. Hinsichtlich Belegung und Umsätze ist das Mitte 2008 eröffnete Sail City das stärkste Atlantic Hotel geworden.
Seit 2005, als an der Galopprennbahn das Atlantic Hotel eröffnete, besteht auch die Zusammenarbeit mit der QSC AG. Die Eröffnung weiterer Hotels erforderte die Vernetzung der einzelnen Standorte. Zunächst wurden sämtliche Daten der Gruppe zentral im Haus an der Rennbahn gespeichert. Mit wachsendem Datenvolumen erfolgte dann im September 2009 der Umzug ins Data Center Frankfurt, wobei die QSC AG ebenfalls die Anbindung realisierte. Über dieses Netz läuft die gesamte Belegungs- und Kundendatenverwaltung. „Wir sind darauf angewiesen, dass unsere Standorte sicher und mit einer gleich bleibenden Performance auf die Daten zugreifen können“, erläutert Michael Stüring seine Anforderungen. „Lokale Anbieter findet man zwar zu Genüge, aber die QSC AG ist einer der wenigen deutschlandweiten Anbieter, die – einmal abgesehen von den ganz großen Unternehmen – auch standortübergreifende Vernetzung leisten.“
2010 verspricht für die Atlantic Hotels ein wichtiges Jahr zu werden. Mit Lübeck und Kiel vollzieht die Gruppe den Wandel von einer Bremer zu einer norddeutschen Hotelmarke. Die Essener Eröffnung markiert den ersten Schritt zu einer bundesdeutschen Hotelmarke. Auch rein personell ist 2010 ein Quantensprung, denn in den Neueröffnungen Kiel, Lübeck und Bremen finden 200 neue Mitarbeiter Arbeit. Von den neuen Toplagen schwärmt Michael Stüring schon heute: „In Lübeck sind wir das erste Haus, das in der Innenstadt auf der sogenannten Altstadtinsel neu bauen darf. Und in Kiel kann der Gast mit Blick auf die Hörn den Fähren beim Ablegen zuschauen.“ Bis zu deren Eröffnung hat Michael Stüring noch viel zu tun und danach vermutlich auch: „Das Hotel in Kiel wird nicht das letzte sein, das wir bauen werden.“
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